Zwischen Rhein und Siebenbürgen
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Zwischen Rhein und Siebenbürgen

50 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Köln und Cluj – Kölner Delegation reist zum Jubiläum nach Klausenburg

Wenn eine Städte­partner­schaft ein halbes Jahrhundert überdauert, dann ist das weit mehr als ein diplomatisches Jubiläum. Es ist gelebte Geschichte, gewachsene Verbundenheit und ein Versprechen für die Zukunft. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Städte­partnerschaft zwischen Köln und Cluj-Napoca (Klausenburg) reiste eine große Kölner Delegation zu den „Klausenburger Tagen“ in die zweitgrößte Stadt Rumäniens – und kehrte mit eindrucks­vollen Bildern, Erinnerungen an intensive Begegnungen und und mit neuen Impulsen zurück.

Unter Leitung von Kölns Bürgermeisterin Teresa De Bellis-Olinger machte sich die rund 90-köpfige Delegation auf den Weg nach Sieben­bürgen. Mit dabei waren neben dem ehemaligen Bürger­meister Dr. Ralf Heinen auch der Vorsitzende des Städte­partner­schafts­vereins, Johannes Dorin Sitner, sowie Abordnungen aus sechs Kölner Karnevals­gesellschaften. Schon diese Zusammen­setzung zeigte: Diese Reise war kein rein politischer Termin, sondern ein lebendiges Stück Stadt­gesellschaft. „Die Partner­schaft der beiden Städte lebt nicht von Protokollen, sondern von Menschen, die sich begegnen. Genau das macht sie seit 50 Jahren so stark“, äußerte sich Sitner.

Partnerschaft mit tiefen historischen Wurzeln

In Cluj wurde die Kölner Delegation von Bürgermeister Dan Tarcea empfangen, der die lange gewachsene Verbindung beider Städte würdigte. Die Partnerschaft, so Tarcea, sei von Beginn an von Vertrauen, Austausch und konkreter Zusammenarbeit geprägt gewesen. Kölns Bürger­meisterin De Bellis-Olinger erinnerte in ihrer Rede an die historischen Ursprünge der Verbindung, die weit vor der offiziellen Partnerschaft liegen. Bereits 1969 hatte der damalige Direktor des Römisch-Germanischen Museums, Otto Doppelfeld, mit der Ausstellung „Römer in Rumänien“ kulturelle Brücken geschlagen. Die gemeinsame römische Geschichte beider Städte wurde so früh zum symbolischen Fundament einer europäischen Freundschaft.

Ein zentrales Thema der Reise war die Frage, wie die Partnerschaft in die Zukunft geführt werden kann. Besonders im Fokus stand dabei die Jugend. Seit diesem Jahr besteht ein aktiver Schüler­austausch zwischen dem Gymnasium Müngersdorf und dem National College George Coșbuc in Cluj – ein Projekt, das bereits jetzt zeigt, wie selbst­verständlich junge Menschen in Europa zusammen­finden können. Auch im akademischen Bereich wurde die Zukunft greifbar. Die Delegation besuchte die Babeș-Bolyai-Universität, eine der größten Hochschulen Südost­europas mit rund 100 000 Studenten. Dass dort in Rumänisch, Englisch, Deutsch und Ungarisch gelehrt wird, unterstreicht den internationalen Charakter der Stadt.

Wirtschaftliche Brücken und neue Verbindungen

Neben Kultur und Bildung spielte die Wirtschaft eine übergeordnete Rolle. Vertreter der REWE Group sowie der Flughafen Köln/Bonn GmbH begleiteten die Delegation und führten Gespräche über mögliche zukünftige Koopera­tionen. Ein konkreter Gedanke stand dabei besonders im Raum: die Wiederaufnahme einer direkten Flug­verbindung zwischen Köln und Cluj. „Eine direkte Verbindung wäre mehr als ein Flug – sie wäre ein Symbol dafür, dass die beiden Städte im Herzen Europas noch enger zusammen­rücken“, glaubt auch Städtepartner­schafts-Vorsitzender Sitner.

Einen besonders eindrucksvollen Moment bot ein festlicher Galabend. Zwischen Reden, Begegnungen und intensiven Gesprächen entstand ein Abend, der die Partnerschaft emotional verdichtete. Als Kölner Karnevalisten gemeinsam mit rumänischen Künstlerinnen und Künstlern auftraten, verschmolzen zwei kulturelle Welten zu einem gemeinsamen Erlebnis.

Tanzeinlagen mit Sonder­applaus

Zudem nahmen die Kölner Gäste an einer Parade in der Innenstadt von Cluj teil. Im Ornat zeigten sich die Altstädter, die Ehrengarde, Die Große KG von 1823, die Kölschen Madämcher sowie die Tanzgruppe Kammer­kätzchen und Kammer­diener. Letztere animierten die Zuschauer mit ihren Tanzeinlagen zu Sonder­applaus. „Viele Bürger haben schnell verstanden, dass die Parade aus Kölnern bestand, die Cluj einen besonderen Besuch und ihre Karnevals­kultur zum Geschenk machen. Viele fröhliche entspannte Menschen hatten Spaß am ‚Zogweg‘ durch die wunder­schöne Altstadt von Cluj und die Kinder freuten sich ganz besonders über die Kamelle der Ehrengarde“, äußerte sich die ehemalige Kölner Hänneschen-Intendantin Frauke Kemmerling in einem Reise-Blog. Unter anderem übergab sie ein zusätzliches kleines Gast­geschenk – die „Spekulatius“-Truhe in der frischen Sommer­edition – an die Damen des Rathauses von Cluj.

Nach vier intensiven Tagen voller Gespräche, Eindrücke und gemeinsamer Erlebnisse kehrte die Delegation nach Köln zurück – mit dem Gefühl, dass diese Partner­schaft nicht nur Geschichte ist, sondern Zukunft gestaltet. 

Sommer 2026
Redaktion: Frank Tewes