Große Bühne für große Gefühle - 37. Kölner Sommerfestival
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Große Bühne  für große Gefühle

37. Kölner Sommerfestival

Große Bühne  für große Gefühle

37. Kölner Sommerfestival bringt preisgekrönte Musicals, modernen Tanz und internationale Produktionen in die Philharmonie

Wenn sich die Kölner Philharmonie im Sommer erneut in eine große Bühne für internationales Musiktheater, Tanz und Performance verwandelt, nimmt eine der traditions­reichsten Kultur­reihen der Stadt ihre Fortsetzung: das Kölner Sommer­festival. Vom 28. Juli bis 23. August präsentiert es in seiner mittlerweile 37. Ausgabe drei hochkarätige Produktionen, die unter­schiedlicher kaum sein könnten – und doch ein gemeinsames Thema verbindet: Menschlichkeit, Mut und die Kraft von Kunst in bewegten Zeiten.

Kulturfestival mit Strahlkraft

Seit seiner Gründung im Jahr 1988 hat sich das Kölner Sommerfestival zu einem festen Bestandteil des Kulturkalenders entwickelt. Mit mehr als 1,7 Millionen Besuchern zählt es zu den erfolgreichsten und langlebigsten Festival­formaten Deutschlands. Die Verbindung aus internationalem Anspruch, innovativen Produktionen und besonderer Atmosphäre macht das Festival weit über Köln hinaus relevant. Mehr als 30 Deutschland- und Europa­premieren wurden hier bereits präsentiert – von Tanzproduk­tionen über Shows bis hin zu Musical-Inszenierungen.

Auftakt mit Haltung: „Die Weiße Rose“

Den Festivalauftakt übernimmt vom 28. Juli bis 2. August das vielfach ausgezeichnete Musical „Die Weiße Rose“. Die Produktion über die gleichnamige studentische Widerstands­gruppe im National­sozialismus wurde beim Deutschen Musical-Theaterpreis 2025 gleich siebenfach ausgezeichnet, darunter als „Bestes Musical“.

Das Werk der im Rheinland lebenden Musicalstars Alex Melcher und Vera Bolten verbindet historische Genauigkeit mit moderner Musiksprache. Rockige Songs treffen auf ein emotionales Bühnen­konzept, das insbesondere die Perspektive junger Menschen in den Mittelpunkt rückt: Menschen, die zwischen Anpassung, Angst und moralischer Verantwortung ihren eigenen Weg finden müssen.

Die Inszenierung zeigt, wie aus anfänglichem Mitläufertum Zivilcourage entsteht – und wie Worte, Musik und Gedanken zu Formen des Widerstands werden können. Gerade in einer Zeit gesell­schaftlicher Spannungen wirkt die Geschichte der Weißen Rose aktueller denn je.

Tanz-Hommage an Leonard Cohen

Ab dem 4. August übernimmt mit „Dance Me“ das renommierte Ballets Jazz Montréal die Bühne der Philharmonie. Die kanadische Compagnie widmet sich in ihrer international gefeierten Produktion dem musikalischen Vermächtnis von Leonard Cohen – und verbindet Tanz, Musik, Lichtkunst und Videodesign zu einem atmosphärischen Gesamterlebnis.

Im Mittelpunkt stehen 16 Songs des legendären Singer-Songwriters, darunter Klassiker wie „Suzanne“, „Dance Me to the End of Love“, „So Long, Marianne“ und „Halleluja“. Die Choreo­grafen Andonis Foniadakis, Annabelle Lopez Ochoa und Ihsan Rustem übersetzen Cohens poetische Musik in eine moderne, intensive Bewegungs­sprache zwischen Modern Jazz, zeitgenössischem Tanz und neoklassischen Elementen.

Das vierzehnköpfige Ensemble beeindruckt dabei nicht nur technisch, sondern vor allem emotional. „Dance Me“ ist weniger Konzert als vielmehr eine poetische Reise durch Liebe, Vergänglichkeit, Spiritualität und Hoffnung – Themen, die Leonard Cohens Werk bis heute prägen. Für Deutschland ist die Produktion 2026 exklusiv in Köln zu sehen.

Shakespeare neu gedacht: „Romeo & Julia – Liebe ist alles“

Den Abschluss des Festivals bildet vom 12. bis 23. August das Erfolgs-Musical „Romeo & Julia – Liebe ist alles“ von Peter Plate und Ulf Leo Sommer. Nach dem großen Erfolg im Berliner Theater des Westens startet die Produktion ihre erste große Tournee – und beginnt in Köln.

Die Neuinterpre­tation des Shakespeare-Klassikers verbindet den historischen Originaltext in der Schlegel-Übersetzung mit modernen Pop-Songs und emotionalen Musical-Elementen. Peter Plate und Ulf Leo Sommer gelingt eine ungewöhnliche Balance zwischen klassischem Theater und zeitge­nössischem Musiktheater. Große Gefühle treffen auf moderne Choreo­grafien, opulente Kostüme und ein eindrucks­volles Lichtdesign.

Gleichzeitig bleibt die Inszenierung nah an den universellen Themen des Originals: Liebe, Leidenschaft, Freiheit und gesellschaftliche Grenzen. Dabei ist „Romeo & Julia – Liebe ist alles“ keineswegs nur tragisch. Vielmehr lebt die Produktion von starken Charakteren, emotionaler Dynamik und einem Wechselspiel aus Dramatik, Humor und Popkultur.

Sommer 2026
Redaktion: Heike Reinarz