11FREUNDE: Zwischen Bundesliga und Vorsorge
Suche

Zwischen Bundesliga und Vorsorge

Zwischen Bundesliga und Vorsorge

Fußballmagazin „11Freunde“ bringt beim Saison­rückblick auch Männer­gesundheit auf die Bühne

Wenn die Bundesliga ihre letzten Entscheidungen getroffen hat, die Pokalsieger feststehen und selbst die hart­gesottensten Fans langsam ihre Schals in die Sommer­pause schicken, beginnt für viele Fußball­freunde die Zeit der Rückblicke. Genau dort setzte der „11Freunde-Saison­rückblick 2026“ an: eine Mischung aus Fußballtalk, Kabarett, Nostalgie und pointierter Analyse – live auf der Bühne des Theaters am Tanzbrunnen in Köln. Dort feierte das Fußball­magazin „11Freunde“ mit mehreren hundert Gästen den Abschluss der Saison.

Fußball, Nostalgie und kölscher Humor

Moderator Philipp Köster führte pointiert durch den Abend und schaffte es mühelos, zwischen ernsthafter Analyse und humorvoller Selbstironie zu wechseln. Schon in den ersten Minuten wurde klar, dass dieser Saison­rückblick kein klassischer Fuß­ball­abend werden würde. Statt Tabellen und Statistik­grafiken dominierten Geschichten, Emotionen und jene absurden Momente, die eine Spielzeit unvergesslich machen.

Besonders laut wurde es immer dann, wenn der 1. FC Köln Thema war. Mit Talk-Gästen wie Ex-FC-Trainer Friedhelm Funkel sowie den Ex-FC-Kickern Jonas Hector und Pierre Littbarski saß reichlich Fußball­kompetenz auf der Bühne – verbunden mit einer guten Portion kölschem Humor. Immer wieder entwickelte sich der Abend zu einer Mischung aus Insider­gespräch und Stammtisch­debatte, bei der auch Seitenhiebe auf den modernen Profi­fußball nicht fehlten. Hector sprach über den emotionalen Druck einer langen Saison, Funkel erinnerte an „die verrückten Zeiten früher“, und Littbarski sorgte mit trockenem Humor und seiner „Berliner Kodder­schnauze“ („das weiß ja hier eh keiner, dass ich aus Berlin stamme“) mehrfach für Szenenapplaus.

Dabei blieb die Veranstaltung angenehm locker: keine PR-Floskeln, keine austausch­baren Interviews, sondern spontane Gespräche, die beim Publikum ankamen. Dazu blieb immer Raum für humorvolle Leichtigkeit – etwa bei traditio­nellen Kategorien, in denen kuriose Trainerzitate, fragwürdige Fanaktionen und die „schönsten Fußballkatastrophen“ der Saison ausgezeichnet wurden.

Männergesundheit im Fokus

Neben dem sportlichen Rückblick setzte der Abend einen gesell­schaft­lichen Akzent. Unterstützt wurde die Veran­staltung von der „Nichts verpassen“-Kampagne, die Männer­gesundheit und insbesondere die Prostata­krebs­vorsorge stärker in den Fokus rückte. Die Botschaft der Kampagne passte dabei bemerkens­wert gut zum Publikum des Abends: Viele Fußball­fans verpassen kein Spiel und kein Tor ihres Lieblings­vereins – die eigene Vorsorge sollte dabei ebenso wenig verpasst werden.

Genau hier setzte die Analyse von Volker Wittkamp an. Der Urologe und Chefarzt der uroonko­logischen Reha AufSchalke weiß als Pate der Kampagne: „Viele denken beim ersten Urologen­besuch sofort an unangenehme Unter­suchungen. In Wirklich­keit ist es meistens erstmal nur ein Gespräch.“ Und mit einem Augen­zwinkern ergänzte er: „Die berühmte Tast­unter­suchung dauert oft kürzer als ein Elfmeter in der Nachspielzeit.“

„Die berühmte Tast­unter­suchung dauert oft kürzer als ein Elfmeter in der Nach­spielzeit.“

Vorsorge statt wegdribbeln

Auch typische Beschwerden aus dem Alltag wurden thematisiert. Auf die Frage, ob Probleme beim Wasser­lassen automatisch ein Krebs­anzeichen seien, erklärt Wittkamp, dass in den meisten Fällen zunächst eine gutartige Prostata­vergrößerung dahinter­stecke. Gleichzeitig betont er die Bedeutung der Vorsorge: „Früh erkannt ist Prostata­krebs heute oft sehr gut behandelbar und heilbar.“ Und er ergänzt: „Beim Auto machen viele Männer jedes Jahr TÜV – aber beim eigenen Körper wird dann plötzlich gedribbelt statt hingeschaut.“ Genau deshalb sei Vorsorge so entscheidend: „Männer kümmern sich oft um alles – Job, Familie, Fußballverein – aber die eigene Gesundheit landet häufig auf der Ersatzbank.“

Am Ende blieb weniger die Analyse einzelner Spiele in Erinnerung als vielmehr die gelöste Stimmung. So zeigte der „11Freunde“-Saison­rückblick, warum Fußball für viele Menschen mehr ist als ein Ergebnis am Wochenende. Es geht um Erinnerungen, gemeinsame Geschichten und die Fähigkeit, über all das gleichzeitig lachen und diskutieren zu können – und um die eigene Gesundheit. So wirkte der Abend wie ein passender Schlusspfiff für eine lange Saison – emotional, laut, manchmal chaotisch, aber genau deshalb unvergesslich.

Top Köln Chefredakteur Frank Tewes mit Trainer-Ikone Friedhelm Funkel

Drei persönliche Fragen an Friedhelm Funkel

Top Köln: Was bedeutet es für einen Fußball­trainer, den 1. FC Köln zu trainieren?

Friedhelm Funkel: Viel Emotion, viel Spaß, viel Freude, aber auch Druck. Und es bedeutet, ein wunder­bares Stadion mit fantas­tischen Fans erleben zu dürfen. Jedes Heimspiel birgt immer wieder eine freudige Erwartung. Für einen solchen Traditions­klub von der Wucht des 1. FC Köln muss man als Trainer wie auch als Spieler immer alles geben.

Top Köln: Was war Ihr emotionalstes Spiel  als Trainer des 1. FC Köln?

Funkel: Das Match am letzten Bundesliga-Spieltag gegen den bereits abgestiegenen FC Schalke 04 in der Saison 2021. Wir haben uns durch ein Tor von Sebastiaan Bornauw zum 1:0 kurz vor Schluss in die Relegation gerettet und mit zwei Spielen gegen Holstein Kiel die Klasse gehalten. Beim Schalke-Spiel habe ich ständig auf die Uhr geschaut – es ging rauf und runter. Als das goldene Tor fiel, war das eine solche Erlösung. Das war echt der Hammer.

Top Köln: Haben Sie einen Lieblingsort in Köln?

Funkel: Oh ja, den habe ich – und zwar das Restaurant Hase in der St.-Apern-Straße. Da kann man nicht nur gut essen, sondern es ist auch urgemütlich. Weil ich den Karneval liebe, spielt sich ein gelungener Abend so ab: zuerst ins Hase zum Abend­essen und dann von dort zum Pullman Hotel spazieren, um bei den Großen Brauns­feldern oder den Treuen Husaren die Karnevals­sitzung zu besuchen.

Sommer 2026
Redaktion: Frank Tewes
Fotos: Joachim Badura